Riesterrente

Welche Vorteile bietet ein Riester-Vertrag?

Die Riester-Rente garantiert im Alter ein zusätzliches laufendes Einkommen, das lebenslang gezahlt wird. Eine attraktive staatliche Förderung hilft bei der Finanzierung dieser privaten Zusatzversorgung. Auf Wunsch kann ein zusätzlicher Hinterbliebenenschutz und/oder eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung vereinbart werden.

Ebenso wie Betriebsrenten sind auch Riester-Renten vor einer vorzeitigen Verwertung bei Arbeitslosigkeit geschützt. Voraussetzung dafür ist, dass sie mit staatlicher Förderung aufgebaut wurden.

Die Riester-Rente soll vor allem Familien mit Kindern die eigenverantwortliche Altersvorsorge erleichtern. Deshalb unterteilt sich die Riester-Zulage in eine Grundzulage, die der Versicherte erhält und eine Kinderzulage, die pro Kind gezahlt wird. In einigen Fällen ist die Zulage vom Staat erheblich höher als die selbst eingezahlten Beiträge.

Die staatliche Förderung besteht aus zwei Teilen: aus der jährlichen Zahlung einer Grund- und einer Kinderzulage und aus der Möglichkeit, die Beiträge als Sonderausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen.

Die Grund- und Kinderzulage beträgt für die Jahre 2006 und 2007 jeweils 114 Euro pro Person und 138 Euro pro Kind. Ab 2008 jährlich 154 Euro pro Person und 185 pro Kind.

Der Abschluss einer Riester-Rente kann zusätzliche Steuervorteile bringen. Dazu muss der Einkommensteuererklärung die ausgefüllte Anlage AV beigefügt werden. Das Finanzamt prüft auf dieser Grundlage, ob die Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug höher ist als die Zulage. Ist dies nicht der Fall, überweist die Behörde nur die Zulage. Ist der Sonderausgabenabzug lohnender, wird auch der über die Zulage hinausgehende Betrag gezahlt.

Eine interessante Vorsorgemöglichkeit ist die Riester-Rente auch für junge Leute, die einen Einstieg in ihre private Altersvorsorge suchen. Weil das Sparkapital von Riester-Verträgen im Falle von Arbeitslosigkeit vor der vorzeitigen Verwertung geschützt ist - die Bundesanstalt für Arbeit oder die Sozialämter haben darauf keinen Zugriff - eignet sie sich ebenso für alle Arbeitnehmer, die einen Jobverlust befürchten müssen.

Um Versicherten mit Zahlungsschwierigkeiten entgegenzukommen, müssen die Beiträge für Riester-Verträge nicht regelmäßig eingezahlt werden. Der Kunde kann so flexibel zahlen, wie es seine finanziellen Verhältnisse erlauben. Für eine optimale Altersvorsorge sind allerdings regelmäßige Beitragszahlungen zu empfehlen. Wenn der Vertrag während eines gesamten Beitragsjahres ruht, besteht in diesem Jahr kein Anspruch auf die Zulage und den Sonderausgabenabzug.

 

Was eine Riester-Rente bringt

Die volle staatliche Zulage - 154 Euro Grundzulage und 185 Euro pro Kind ab 2008 - gibt es nur, wenn der Versicherte einen so genannten Mindesteigenbeitrag beisteuert. Dieser Beitrag ist jeweils abhängig von den im Vorjahr erzielten rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkünften.

Für die Jahre 2006 und 2007 beläuft sich der Mindesteigenbeitrag auf drei Prozent der erzielten Einkünfte abzüglich der staatlichen Zulage. Ab 2008 beträgt er vier Prozent. Wer will, kann auch mehr in seine Riester-Rente einzahlen. Die staatliche Förderung ist jedoch auf den Höchstbetrag des Sonderausgabenabzugs begrenzt. Für 2006 und 2007 sind dies jeweils 1.575 Euro, ab 2008 pro Jahr 2.100 Euro.

Wer so wenig verdient, dass sein errechneter Mindesteigenbeitrag geringer ist als der so genannte Sockelbetrag in Höhe von 60 Euro, oder wer im Jahr zuvor gar kein Einkommen erzielt hat, zahlt mindestens den Sockelbeitrag, um die volle Zulage zu erhalten.

 

Der Umfang der Förderung im Jahr 2008

(alle Angaben in Euro)

 

Allein stehend, ohne Kind

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
-5 000 154 - 90 244 - 63 %
15 000 154 - 446 600 - 26 %
25 000 154 - 846 1 000 141 30 %
40 000 154 - 1 446 1 600 432 37 %
50 000 154 - 1 846 2 000 672 41 %
75 000 154 - 1 946 2 100 777 44 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen

 

 

 

Allein stehend, ein Kind

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
5 000 154 185 75 414 - 82 %
15 000 154 185 261 600 - 57 %
25 000 154 185 661 1 000 - 34 %
40 000 154 185 1 261 1 600 201 34 %
50 000 154 185 1 661 2 000 431 39 %
75 000 154 185 1 761 2 100 592 44 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen

 

 

Ehepaar, ohne Kinder, zwei Rentenversicherungspflichtige

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
5 000 308 - 180 488 - 63 %
15 000 308 - 292 600 - 51 %
25 000 308 - 692 1 000 - 31 %
40 000 308 - 1 292 1 600 125 27 %
50 000 308 - 1 692 2 000 283 30 %
75 000 308 - 2 692 3 000 753 35 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen

 

 

Ehepaar, zwei Kinder, ein Rentenversicherungspflichtiger

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
5 000 308 370 60 738 - 92 %
15 000 308 370 60 738 - 92 %
25 000 308 370 322 1 000 - 68 %
40 000 308 370 922 1 600 - 42 %
50 000 308 370 1 322 2 000 - 34 %
75 000 308 370 1 422 2 100 14 33 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen